Wermut Artemisia absinthium Der Gattungsname




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Wermut – Artemisia absinthium

Der Gattungsname Artemisia geht auf Artemis, die jungfräuliche Göttin der Jagd, die Beschützerin der Gebärenden, die Göttin der Mutterschaft und der Fruchtbarkeit zurück. Die Wirkungen, die sich auf diese Attribute der griechischen Göttin beziehen, finden sich vor allem im Beifuß, Artemisia vulgaris. Andere bekannte Artemisia-Arten sind der Estragon, Artemisia dracunculus, die Eberraute, Artemisia abrotanum, die Arten Artemisia moxa, Artemisia chinensis und Artemisia indica finden als Moxakraut Verwendung.



Absinthion ist das griechisches Wort für die Wermutpflanze, bedeutet auch etwas Bitteres, aber Heilsames.

Der Wermut gehört zur Familie der Korbblütengewächse, Asteraceae,

verwendet werden die getrockneten und zur Blütezeit gesammelten oberen Sprossteile und die Laubblätter. Die Drogenbezeichnung ist Absinthii herba in Deutschland, in Österreich Herba Absinthii, ein gewisser Unterschied muss scheinbar auch hier sein.
Von den Inhaltsstoffen zeichnet den Wermut vor allem die hohe Konzentration an Bitterstoffen aus wie z.B. Absinthin oder Artabsin. Die ätherische Öle sind für die aromatische, aber auch für die zentralnervöse Wirkung (Thujon!) verantwortlich, weitere Inhaltsstoffe sind die Flavonoide und die Gerbstoffe.
Der Wermut hat eine stark sekretionsfördernde und tonisierende Wirkung auf den Magen, er dient als aromatisches Bittermittel. Bei Appetitlosigkeit, bei atonischen Zuständen und bei zu geringer Sekretionsleistung des Magens ist er ein unverzichtbares Heilmittel. Seine positive Wirkung auf die Gallenbildung und auf die Motorik der Gallenblase lindert Symptome wie Druckgefühl im Oberbauch, abdominelle Krämpfe und Obstipation. Durch seine tonisierende und karminative Wirkung verbessert er nicht nur die Verdauungskraft, sondern lindert alle Symptome, die mit einem schwachen Verdauungssystem in Verbindung stehen, wie chronische Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Konzentrationsschwäche, Infektanfälligkeit, Heißhunger auf Süßes, Schleimbildung, geschwollene Beine uvm.

Der Wermut hat eine sehr gute anthelminthische Wirkung, im englischen Sprachraum wird er deshalb auch als Wormherb bezeichnet.

Im Sinne der TCM gilt der Wermut neben seiner stark bitteren Wirkung auch als kühlend und adstringierend. Eine gute Wirkung zeigt er bei ‚Magen-Hitze’, die sich in Brennen und Schmerzen im Epigastrium, in Zahnfleischbluten, saurem Reflux und Mundgeruch zeigen kann. Bei der ‚Leberhitze’ mit Reizbarkeit, temporalen Kopfschmerzen, Druckgefühl hinter den Augen, Schwindel und Schlafstörungen ist der Wermut sehr hilfreich. Bei der essentiellen Hypertonie kommt der Wermut sehr häufig zur Anwendung.

Diese Pflanze fördert auch die Durchblutung und den Tonus der Gebärmutter und wurde deshalb in früherer Zeit auch als Abortivum verwendet, in der Schwangerschaft ist er daher sehr vorsichtig anzuwenden.

Die zentral erregende psychedelische Wirkung des Wermuts wurde vor allem in Künstlerkreisen in Form vom Absinth genutzt bzw. missbraucht, Henri de Toulouse-Lautrec, Paul Gaugin, Vincent van Gogh, Victor Hugo, Ernest Hemingway sind einige sehr prominente Vertreter.

Beim Absinth wurde das ätherische Öl, welches aus dem Kraut destilliert wurde, mit Alkohol vermischt. Hauptinhaltsstoff des Absinths war das Thujon, das eine ähnliche Symmetrie in der Molekürstruktur wie THC aufweist. Der Absinth wurde wegen seiner zentralnervös-toxische Wirkung, die zum körperlichen, geistigen und seelischern Verfall, zu Kopfschmerzen, Schwindelanfällen, Blindheit und Muskelkrämpfen führte, 1915 in den meisten europäischen Staaten sowie in den USA verboten.

Die Verschreibung des Wermuts erfolgt am besten als Tinktur, Tinctura Absinthii, 100ml, 10 - 30 Tropfen mit etwas Wasser.

Soll die Appetit fördernde Wirkung im Vordergrund stehen, so werden die Tropfen vor den Mahlzeiten eingenommen, steht aber die fördernde Wirkung auf den Gastrointestinaltrakt im Vordergrund, empfehle ich, die Tropfen nach den Mahlzeiten einzunehmen.

Auch der Wermuttee wäre eine Möglichkeit, der sprichwörtliche Wermutstropfen hält aber auch bei dieser Anwendung einige Patienten von der Einnahme ab. Die folgende Zubereitung wird empfohlen: 1 Teelöffel geschnittenes Kraut mit ¼ l kochendem Wasser überbrühen und nach 10 min abseihen, 3 mal täglich eine Tasse nach dem Essen trinken.

Ich schätze am Wermut seine gute Wirkung auf den Verdauungstrakt, seine allgemein tonisierende und gleichzeitig kühlende Wirkung.



Der heutige Absinth ist eine SPIRITuose, die aus Wermut, Anis, Fenchel und weiteren Kräuter hergestellt wird. Diese Getränk können wir getrost genießen, hier gilt nur: Die Dosis macht das Gift. Zu den Hochleistungen eines Vincent van Gogh wird es uns aber nicht anspornen, dafür halten wir aber beide(!) Ohren steif für die Anliegen unserer Patientinnen und Patienten.

Dr. Anton Johannes Suntinger


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