Tipps zum wissenschaftlichen Schreiben




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Tipps zum wissenschaftlichen Schreiben




A Checkliste

Inhalt

  • Habe ich klar gemacht, was die zentrale Frage ist?

  • Ist klar, welche Antwort ich gebe?

  • Habe ich alles gestrichen, was ich nicht für mein Argument brauche?
Struktur

  • Ist bei jedem einzelnen Satz und bei jedem Abschnitt klar, welche argumentative Rolle er erfüllt?

  • Habe ich die Struktur hinreichend markiert (zum Beispiel durch Überschriften und Zwischenzuammenfassungen)?



Stil

  • Habe ich mich bei jedem Satz so einfach und kurz wie möglich ausgedrückt?

  • Sind alle Sätze eindeutig?

  • Verwende ich immer dasselbe Wort, wenn ich das selbe meine? Wiederholungen sind in einem philosophischen Text nicht so problematisch!

B Techniken zu Inhalt und Struktur

Inhalt

  • „Aufzugstest“ durchführen: Was würde ich sagen, wenn ich meinen Aufsatz in 30 Sekunden beschreiben müsste?

  • Das Thema mit jemandem diskutieren. Dabei merkt man schnell, ob man weiß, was man eigentlich sagen will.

  • Ganz konkret: Den Text in einer neuen Datei speichern und dann kürzen – man kann immer wieder zurück zur alten längeren Version. So wird man überflüssige Abschnitte los, die einem besonders gut gefallen.
Sich selbst über die Struktur klar werden

  • Abstract schreiben. Wenn der Text gut gegliedert ist, kann man ihn leicht zusammenfassen.

  • Versuchen, Überschriften für jeden Abschnitt zu geben. Dabei merkt man, ob die Abschnitte logisch aufeinander aufbauen.

  • Mit der Gliederung experimentieren. In einer späten Phase der Arbeit passt die ursprüngliche Gliederung oft nicht mehr zu der Arbeit. Wenn man den Text umstellt und dann ohne Problem viel kürzen kann, ist die neue Struktur besser.

Die Struktur für den Leser klar machen


  • Explizite Thesen einführen, auf die man sich später wieder beziehen kann
    („Einige Utilitaristen vertreten folgende Position:
    (U1) Eine Handlung ist in dem Maße moralisch gut, in dem sie die
    Gesamtsumme des Nutzens maximiert.“)

  • Meilensteine setzen
    („Im nächsten Abschnitt argumentiere ich dafür, dass P aus Q folgt.“)

  • Zwischenzusammenfassungen einfügen
    („Mein Argumentationsziel war, Q in drei Schritten zu zeigen. Die ersten beiden, nämlich ..., sind jetzt abgeschlossen.“)

C Stil

Allgemeines


  • Den Text laut vorlesen
    Stolpert man über eine Formulierung oder klingt der Text nicht flüssig, dann kann er noch verbessert werden.

  • Beispiele verwenden
    An einem Beispiel kann sich der Leser einen komplizierten Gedanken viel leichter klar machen. Zudem sieht man an einem Beispiel selbst recht schnell, ob das eigene Argument funktioniert.

  • Unnötige Betonung vermeiden
    Meistens sind Wörter und Phrasen wie „sehr“, „tatsächlich“, „extrem“, „außergewöhnlich“ oder „es ist wichtig, zu erwähnen“ unnötig und können einfach gestrichen werden.

  • Ich“-Phrasen vermeiden
    Meistens können Phrasen wie „ich denke“, „meiner Meinung nach“ ersatzlos gestrichen werden. Nicht zu verwechseln mit der veralteten Regel, nach der man „ich“ nicht schreiben soll und durch „wir“-Sätze oder Passiv-Konstruktionen umgehen soll.

Satzstruktur


  • Zwei einfache Sätze sind besser als ein komplizierter Satz
    Auch dabei merkt man oft, dass eine komplizierte Formulierung Unklarheiten verdeckt. Dazu ein etwas längeres Beispiel:

    “Auf der Basis der Einsicht in die Unmöglichkeit einer nicht-institutionalisierten Moral, die man aus der Analyse der Beschränkungen des menschlichen Einfühlungsvermögens gewinnt, kann man nun dafür argumentieren, dass der Staat notwendigerweise als Garant der Sittlichkeit auftreten muss.“


    =>
    “Analysiert man die Beschränkungen des menschlichen Einfühlungsvermögens, so gelangt man zu der Einsicht, dass Moral institutionalisiert sein muss.[*] Auf dieser Basis kann man dafür argumentieren, dass der Staat notwendigerweise als Garant der Sittlichkeit auftreten muss.“
    =>
    ([*]: Es zeigt sich, dass das kein vollständiges Argument ist! Ist vielleicht folgendes gemeint?)
    “Hat man einmal eingesehen, dass das menschliche Einfühlungsvermögen beschränkt ist, erkennt man, dass Moral institutionalisiert sein muss. Mit dieser Prämisse kann man überzeugend dafür argumentieren, dass nur der Staat Sittlichkeit garantieren kann.“
    =>
    “Das menschliche Einfühlungsvermögen ist begrenzt. [**] Daher muss es Institutionen geben, die Moral durchsetzen. Nur der Staat kann solche Institutionen bereitstellen.“
    =>
    (Bei [**] fehlt noch eine Prämisse! Vielleicht soll folgendes gesagt werden!)
    “Das menschliche Einfühlungsvermögen ist begrenzt. Es ist daher nicht stark genug, um Menschen zum moralischen Handeln zu bewegen. Daher muss es Institutionen geben, die Moral durchsetzen. Nur der Staat kann solche Institutionen bereitstellen.“

  • Passiv vermeiden
    “Im ersten Kapitel wird von Kant dafür argumentiert, dass P.“
    =>
    “Kant argumentiert im ersten Kapitel dafür, dass P.“

  • Partizipien vermeiden
    “Beim Versuch des Verstehens seiner selbst, droht dem Bewusstsein das Zerbrechen der Identität.“
    =>
    “Wenn das Bewusstsein versucht, sich selbst zu verstehen, droht seine Identität zu zerbrechen.“


Wortebene


  • Kurze Wörter und Ausdrücke bevorzugen
    “Ich bin der Meinung, dass Kants Argument schlüssig ist.“
    =>
    “Ich meine, dass Kants Argument schlüssig ist.“

  • Fremdwörter vermeiden
    Die Existenz epistemologischer Akzente in diesen Paragraphen propädeutischen Charakters legitimiert auch eine Exegese, die der Intention des Autors zuwiderläuft.
    =>

    Die erkenntnistheoretischen Schwerpunkte in diesen vorbereitenden Abschnitten rechtfertigen eine Auslegung, die der Absicht des Autors zuwiderläuft.

  • Füllwörter streichen
    “Nun muss man aber durchaus zugestehen, dass denken wichtig ist.“
    =>
    “Man muss aber zugestehen, dass denken wichtig ist.“
    (oder am besten)
    „Allerdings ist denken wichtig.“

D Argumentation

Grundregel: Spezifisch argumentieren


  • Nie mehr zeigen, als nötig/gefragt ist. Sonst wird das Argument angreifbar und umständlich.

  • Schwammige allgemeine Thesen und Passagen ohne Argument streichen.

Typ von Argument


Weiß ich, welchen Typ von Argument ich verwende?

  • Logisches Argument
    (z.B. interne Widersprüche einer Position zeigen)

  • Plausibilitätsargument
    (z.B. einen Fall suchen, in dem eine angegriffene Position unplausibel ist)

  • Begriffsanalyse
    (z.B. fragen, wie wir „Verantwortung“ üblicherweise verwenden)

  • Textauslegung
    (z.B. fragen, was Hobbes mit „reason“ im Ggs. zu „prudence“ meint)

  • Textkritik
    (z.B. argumentieren, dass die Unterscheidung zwischen „reason“ und „prudence“ nicht sinnvoll ist)

Umgang mit anderen Positionen


  • Ist klar, gegen welche These des Gegners ich argumentieren will?

  • Ist klar, welches mein Argument ist und welches ein Argument des Gegners ist?

  • Ist klar, wann ich die Position eines Autors referiere und wann ich meine eigene Position darstelle? Indirekte Rede/Konjunktiv verwenden!

Ableitungen


  • Habe ich explizit gemacht, welche Prämissen ich verwende?

  • Hat mein Argument die richtige Stärke?
    (Falsch wäre zum Beispiel nur ‚wenn P dann Q’ statt ‚P gdw. Q’ zu zeigen)

  • Habe ich notwendige und hinreichende Bedingungen auseinander gehalten?

Modalitäten


  • Ist mir klar, ob ich dafür argumentiere, dass etwas notwendig, möglich oder tatsächlich der Fall ist?

  • Ziehe ich aus Beispielen den richtigen Schluss? Gegenbeispiele zeigen, dass etwas nicht notwendig ist, nicht dass es unmöglich ist. Positive Beispiele zeigen eine Möglichkeit, keinen allgemeingültigen Zusammenhang.

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