Karlheinz Stockhausen




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Mittwoch, 9. 2. 2009

Kammermusiksaal Plathnerstraße
Forum neue Kammermusik

Karlheinz Stockhausen „Wassermann“ und „Stier“ aus dem „TIERKREIS“ (1975)

für ein Melodie- und/oder Akkordinstrument

Bearbeitung für Violine und Akkordeon von Petia Atanasova und Igor Krizman
Petia Atanasova, Violine

Igor Krizman, Akkordeon


Wolfgang Rihm Am Horizont“

Stille Szene für Violine, Violoncello und Akkordeon (1991)


Petia Atanasova, Violine

Igor Krizman, Akkordeon

Elise Aylon, Violoncello
Adriana Hölszky Highway for one für Akkordeon (2000)

Mateja Zenzerovic, Akkordeon


Jukka Tiensuu Aion für 2 Akkordeons (1996)
Mateja Zenzerovic, Akkordeon

Miroslav Grahovac, Akkordeon


Adriana Hölszky Snowbirds (like a bird II ) für Violine und Klavier (2006) Hommage à György Kurtág
Franziska Schrader , Violine

Elena Kolesnitschenko , Klavier


Yaeko Asano L'allegria (2007)
Julia Mihaly, Sopran

Taru Taastari, Klavier


Ltg. Snezana Nesic
Karlheinz Stockhausen „Wassermann“ und „Stier“ aus dem „TIERKREIS“ (1975)

für ein Melodie- und/oder Akkordinstrument

Bearbeitung für Violine und Akkordeon von Petia Atanasova und Igor Krizman

In diesen zwei Sternzeichen aus dem Tierkreis von Karlheinz Stockhausen haben wir unsere eigene Interpretation nach den Anweisungen von Stockhausen erarbeitet, denn die Originalpartitur ist nur eine Vorlage mit einer Melodie und harmonischer Basis. Jede neue Interpretation benötigt, ähnlich einem Jazz-Standard eine originelle Bearbeitung.

Dabei haben wir einerseits die Merkmale der Reihentechnik, Rhythmik und Harmonik in Augenschein genommen und bei den Wiederholungen (jeweils 3) das Variationsprinzip anhand dieser Parameter verwendet. Andererseits haben wir uns bemüht den Stücken (analog der Merkmale der Menschentypen, die nach Stockhausens Betrachtungen diesen Horoskopzeichen gehören) eine jeweils konstante Charakteristik zu geben und diese konsequent musikalisch umzusetzen.

1. „Wassermann“ ( Luft/Wasser)

(Grundton „ES“) (Grundtempo 3/8=56)

(Charakteristik: Unbeständigkeit, Unerwartete Entscheidungen)
Thema + 1. Variation: Vergrößerung der harmonischen Dichte (Arpeggios) und Entstehung der Melodik

2. Variation: Violine spielt den Notentext von links nach rechts, Akkordeon von rechst nach links und der zentrale Ton „ES“ tritt stark in den Vordergrund. Die Stimmen haben nur ein Unisono im mittleren Takt und gehen im weiteren Verlauf wieder weiter auseinander.

3. Variation: Veränderung und Entfremdung der Klangfarbe (Akkordeon übernimmt die reduzierte Melodie und Violine die Arpeggios)

2. „Stier“ (Erde)

(Grundton „FIS“) (Grundtempo 1/8=180)

(Charakteristik: Gegensätzlichkeit der Stimmungen, Durchhaltevermögen)
Bemerkung: Musikalisch wird die Gegensätzlichkeit durch die Polaritäten in der Klanggestaltung im Akkordeon und Violine ausgedrückt;

Gleichzeitig gibt es die chromatische Abstufungen und Intensivierungen von Variation zu Variation im Bezug auf: Tempo (1/8=90 bis 1/8=180), Dynamik/Akkordeon-Registrierung, Rhythmik und Harmonik/Klangdichte.


Thema: Solo Akkordeon mit dem Zentralton „FIS“ in der tiefen Lage, mit Konturen des Themas.

1. Variation: Solo Violine (cantabile) + Akkordeon (Vervollständigung der Harmonik)

2. Variation: Wachstum der Gegensätze im Bezug auf Dynamik, Klangfarbe, Phrasierung und Akzentsetzung zwischen Violine und Akkordeon.

3. Variation: Höhepunkt der Gegensätzlichkeit der musikalischen Parameter bei Violine und Akkordeon, mit autonomen rhythmischen Feldern („Patterns“) im Akkordeon.
Igor Krizman


Wolfgang Rihm „Am Horizont“

Stille Szene für Violine, Violoncello und Akkordeon (1991)



Mauricio Kagel zum 60. Geburtstag
In seinem kompositorischen Geburtstagsgeschenk an Mauricio Kagel mahlt der Komponist Wolfgang Rihm eine zarte Klangwelt mit den nebelhaften musikalischen Assoziationen und Vorahnungen – sowie mit einem Hauch von instrumentalem Theater.

Adriana Hölszky Highway for one für Akkordeon (2000)

„ It was the idea of the highway that guided Adriana Hölszky, a Romanian-German composer born in 1953 in Bucharest, in her (new) accordion piece. In contrast to real highways, however, there is no standstill in her work. It is, so to speak, the ideal case of the highway idea, which is produced artificially in the figurative senseincessant forward progress, no stopping, no reflection. One fixes ones gaze only on what lies ahead as one hurries on to one single goal, faraway and yet so very undefined. The composer describes the anatomy of her musical road maze as follows: Fast chord tremolandi, sirenlike tone glissandi, and staccatissimo repetitions as well as fast double trills and fast scale passages make for a dense, wild, almost chaotic atmosphere not unlike that of a real highway during the rush hour. Highway for One is a concentrate of Highway, a two-movement solo concerto for accordion and nineteen instruments composed for Stefan Hussong in 1999“ (Beschreibung von Helmut Peters).




Jukka Tiensuu Aion für 2 Akkordeons (1996)

Jukka Tiensuu lässt das Instrument in „Aion“ wie eine Orgel erklingen. Der finnische Komponist verschließt sich verbaler Erklärung und führt das Akkordeon in „Aion“ auf sein Wesen zurück: Luft wird per Balg durch Klänge erzeugende Zungen gepresst. „Aion“ ist eine vielschichtige

Komposition, die sich u. A. Kanontechnik zu Nutzen macht.

Adriana Hölszky Snowbirds (like a bird II ) für Violine und Klavier (2006) Hommage à György Kurtág

…Die Komponistin versammelt hier, wie kaum anders zu erwarten und bereits anhand der Legende ersichtlich, zahlreiche extravagante Violin-Spieltechniken wie „Fingernagel-Pizzicato“, „sul ponticello“, „arco saltato“, „so hoch wie möglich“, „Springbogen (mit dem Haar)“ oder „mit maximalem Druck streichen (Kratzgeräusch)“ auf engstem Raum, doch auch Pianistinnen und Pianisten müssen sich darauf einstellen, sich fast ausschließlich in extremen Lagen und „so schnell wie möglich“ spielend zu bewegen Like a bird I und II sind sich in mehrfacher Hinsicht ‚am Rande’ angesiedelt: Vermittlung und Gleichgewicht finden nicht statt. Melodische oder dynamische, sich gar auf größere Abschnitte erstreckende Entwicklungen kommen an keiner Stelle vor, jegliches ‚Mittelmaß’ ist gemieden, stattdessen finden sich unentwegt und in erbarmungslos anmutender Konsequenz auf nahezu allen Ebenen – so beispielsweise auch in der Dynamik, wenn ein lang ausgehaltener Triller ständig an- und abschwillt (z.B. like a bird I, S. 1 unten) – repetitive Strukturen. Dieses abstrakte Moment der Wiederholung scheint entsprechend die Grundidee der aus nur wenigen ‚Bausteinen’ zusammengesetzten Komposition darzustellen – was seinerseits Assoziationen der Aussichtslosigkeit und Getriebenheit, aber eben auch, wie es der Titel der Kompositionen nahelegt, die Vorstellung der repetitiven Struktur von Vogelgesängen ermöglicht. Hölszky selber bezeichnet das „Signalhafte“ und das „Fragmentarische“ als für beide like a bird-Versionen zentral; um Abbildhaftigkeit – wenn die Komponistin auch die hohen Frequenzbereiche der Violine als eine Art „Flattern“ begreift – gehe es dagegen weniger.1 Größte Sorgfalt muss von potentiellen Interpretinnen und Interpreten, worauf wiederum Hölszky selber hinweist, auf klangfarbliche Transformationen gelegt werden; tatsächlich ermöglicht die Abwesenheit von Entwicklung bzw. das Fehlen greifbarer melodischer Zusammenhänge, dass Änderungen auf diesem Gebiet deutlich hervorstechen. Dass die Komponistin hier zudem mit Permutationsverfahren arbeitet, legt etwa ein Blick auf die rhythmische Füllung der ‚Triolen’ zu Beginn (Ziffer I) von Snowbirds nahe, doch auch die unablässigen Repetitionen auf den Saiten E, A, D und G am Ende von like a bird (Ziffer IX und XII; in Snowbirds: Ziffer V und XII), als Kompositions-Ausklang mittlerweile eine Art ‚Topos’ bei Hölszky, verweisen auf derartige strukturelle Vor-Überlegungen.

Fazit: Eine möglichst baldige Einspielung beider Stücke ist von höchster Priorität – zumal mit der sorgfältig edierten, in puncto Anschaulichkeit kaum zu überbietenden Notenausgabe hierfür beste Voraussetzungen gegeben sind.

Dr. Nina Noeske, Ausschnitt aus der Rezension



Yaeko Asano L'allegria (2007)

"Unausdrückbar" nennt der Dichter das Nichts- doch spricht er davon, wenngleich, "durch


Blume", " Nulla", das Nichts ist "eterno", dem Ewigen verbunden. (Ver)schenken der Blume setzt ein Ich voraus und in Nicht-Ich - Kontraste über Kontraste. Im Stück finden sie Ausdruck und Bedeutung im Wechsel der Tempi des Atems, in den Aktionen des Klaviers gegenüber der Stimme, der Geräusche gegenüber den Klängen usw. Dass dem Nichts alles entstammt, wollte ich symbolisch ausdrücken (chiffrieren) durch das Wort, "mille", tausend, das im Gedicht nicht vorkommt. Das tonlose Singen soll das Ringen um ein anderes Zeitmaß erlebbar machen, Es hinterfragt die Kontraste stellt sie insgesamt und überhaupt in Frage: Kann es sie wirklich geben? Was ist die Bedingung ihrer Möglichkeit? Was ist Nichts? Ist es etwa oder bloß dessen Fehlen? Mit großem Respekt vor dem Dichter Giuseppe Ungaretti, der dem Nichts durch Blumen Ausdruck verliehen hat.
Yaeko Asano

L'allegria

Eterno
Tra un fiore colto e l'artro donato
l'inesprimibile nulla

Ewig
Zwichen einer gepflückten Blume und der geschenkten


das unausdrückbare Nichts

Giuseppe Ungaretti


aus Giuseppe Ungaretti, Gedichte Italienisch und Deutsch, Übersetzung von Ingeborg Bachmann, Suhrkamp Verlag Fankfurt am Main, 1961

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