Die Streitrede in der altenglischen Epik und ihre altnordischen Parallelen




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Die Streitrede in der altenglischen Epik und ihre altnordischen Parallelen

Schriftliche Hausarbeit im Rahmen

der Ersten Staatsprüfung für das

Lehramt für die Sekundarstufe II

dem Staatlichen Prüfungsamt Köln

vorgelegt von
Antje Frotscher, stud. phil.

Berichterstatter: Prof. Dr. Karl Reichl


Bonn 1998




Inhalt





Inhalt 2

1 Einleitung 3

1.1 Altenglische Streitreden 5

1.1.1 The Battle of Maldon 7

1.1.2 Beowulf 8

1.1.3 Finnsburgh Fragment und Waldere 9

1.1.4 Christliche Epik 11

1.1.5 Wissensdichtung 14

1.2 Altnordische Streitreden 16

1.2.1 Die ältere Edda 21

1.2.2 Sagas 24

1.3 Althochdeutsche Streitreden 25

1.3.1 Das Hildebrandslied 25

2 Parallelen 26

2.1 Inhalt 27

2.1.1 Wortwiederholungen 27

2.1.2 Personalpronomen 32

2.1.3 Motive, Themen, Beleidigungen 34

2.2 Form 47

2.2.1 Preliminary 50

2.2.2 Central Exchange 60

2.2.3 Conclusion 61

2.3 Funktion 67

3 Schluss 73

4 Anhang 74

4.1 Strukturen 74

1. Beowulf 506-606 74

2. The Battle of Maldon 25-61 74

3.. Elene 297-961 75

4. Andreas 1168-1387 75

5. Juliana 242b-558 76

6. Guthlac A 233-721 76

7. Lokasenna 77

8. Hárbarðsljóð 78

9. Hrimgerðarmál (Helgakviða Hjôvarðssonar 12-30) 79

10. Helgakviða Hundingsbana I, 31-46 79

11. Ôrvar Odds Saga, Kapitel 30 80

4.2 Textverzeichnis 81

4.2.1 Altenglische Texte 81

4.2.2 Altnordische Texte 81

5 Bibliographie 82

5.1 Texte 82

5.2 Hilfsmittel 83

5.3 Sekundärliteratur 83





1Einleitung


Bei der Formulierung "die Streitrede im Altenglischen" sind es eigentlich nur zwei Texte, denen die Kritiker1 des Genres extensive Studien gewidmet haben: die Unferð-Episode in Beowulf, und den Wortwechsel des Wikingerboten mit Byrhtnoð in The Battle of Maldon. Diese Beschränkung auf einen doch sehr geringen Teil des vorhandenen Materials liegt zum Teil daran, daß diese beiden Streitreden in zweien der bekanntesten Stücke altenglischer Epik erscheinen, zum anderen aber auch an den Vorstellungen der Kritiker, die oftmals Streitreden nur im altenglischen heroischen Epos suchen.

Ich möchte in dieser Arbeit über die altenglische Streitrede und ihre altnordischen Parallelen ein etwas breiteres Spektrum altenglischer Streitreden zugrundelegen, indem ich vor allem die zu Unrecht vernachlässigten christlichen Epen in meine Untersuchung miteinbeziehe.2 Nach dem Vorbild von Carol J. Clover, die einen solchen Vergleich für die Unferð-Digression schon fast erschöpfend durchgeführt hat3, möchte ich Probleme der Definition, der Inhalte, der Form und der Funktion altenglischer Streitreden mit Hilfe ihrer altnordischen Gegenstücke besprechen, und wo möglich Lösungen anbieten.

Eines der größten Probleme im Zusammenhang mit diesem Thema ist das der Definition einer Streitrede, und das der zu ihrer Beschreibung benutzten Terminologie. Im Deutschen heißt es Streitrede oder Streitgespräch, bei Andreas Heusler Spott-, Streit-, und Scheltgedicht oder -szene4, im Englischen flyting, verbal duel, auch debate poetry, und in der Auseinandersetzung mit den altnordischen Vertretern des Genres mit aus dem Altnordischen übernommenen Ausdrücken senna, mannjafnaðr, níð oder hvôt. Bevor ich mich aber mit der von Kritikern benutzten Terminologie auseinandersetze, möchte ich zuerst einmal kurz einen Blick auf die Begriffe werfen, die innerhalb der Texte zur Beschreibung der dort vorhandenen Streitreden benutzt werden.

Das bekannsteste dieser Wörter ist sicherlich unter den Lesern altenglischer Streitreden die zur Beschreibung von Unferðs verbaler Herausforderung an Beowulf benutzte beadu-rün ("Kampfesrune", Beowulf 501)5. "Flyting is not just a prelude to violence, but itself the oral equivalent of war", schreibt Carol J. Clover6, und tatsächlich ist Kriegs- und Kampfesterminologie sowohl bei den altenglischen wie bei den altnordischen Streitreden sehr beliebt. Orðom bregða ("mit Worten kämpfen", HH. 45,6 und HH.II 23,6)7 ist eines der altnordischen Beispiele, und in einer Passage in Andreas beschreibt ein Dämon den bevorstehenden Wortstreit mit dem Heiligen als g, secgplega, frecne feohtan, wiges woma, und gegnslege ("Krieg", "Schlacht", "schreckliches Kämpfen", "der Tumult des Krieges", "der Austausch von Schlägen"; Andreas 1349-1356)8. Auch flitan wordum wrætlicum ("mit wundersamen Worten angreifen", Andreas 1199f) wird dort benutzt. Weitere Vokabeln, bei denen das Gewicht eher beim Aspekt des Wortes liegt, sind im Altenglischen hospword ("Schmähworte", Andreas 1315), hearmes swa fela und eargra worda ("so viele Beleidigungen" und "schändliche Worte", Genesis 580), und sarstafum ("verletzende Reden", Guthlac A, 234); im Altnordischen das Equivalent dieses letzteren, sáryrði ("verletzende Rede, Schmähung", Ls. 5,3), sowie lastastafir ("Schmähworte", Ls. 10,5; 16,5; 18,2), kanginyrði ("verletzende Rede, Frechheit", Hrbl.13,6), hœtingr ("Gezänk", Hrbl. 53,3), trauð mál ("Drohworte", Ghv. 1,3), und helstafir ("tötende Runen", HHv. 29,3). Der Bericht eines altenglischen Dichters, ic flitan gefrægn ("ich hörte von einem Streit", Salomon und Saturn 170) findet eine Parallele im Ausdruck eines altnordischen Kollegen, frá ec senno slíðrfenglista ("ich hörte von dem unheilbringendsten Zank", Ghv. 1,2). Ein Ausdruck für eine spezielle Form der Streitrede im Altnordischen ist fóru í mannjöfnuð ("einen Männervergleich machen", Flóamannasaga 149).

Die Parallelen zwischen altengllischen und altnordischen Streitreden scheinen also schon in der jeweiligen zeitgenössischen Terminologie zu beginnen, die sich ganz verständlich auf die die beiden Aspekte "Streit" und "Rede" konzentrieren. Es sind drei dieser in den Texten selber verwendeten Vokabeln (flitan, senna und mannjöfnuðr), die in der von modernen Kritikernverwendeten Terminologie wieder auftauchen. Ich werde diese Begriffe im Folgenden kurz diskutieren, und dann einen knappen Überblick über Inhalt, Kontext und Eigenheiten der von mir untersuchten Textpassagen geben, bevor ich im zweiten Kapitel meiner Arbeit auf die Parallelen zwischen diesen Texten eingehe.


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